Nikolaus von Kues – wie er dachte und lebte

Eine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule besuchte das St. Nikolaus Hospital in Bernkastel-Kues, das Nikolaus von Kues zusammen mit seinen Geschwistern 1458 erbauen ließ. Das spätgotische Gebäude war und ist auch heute noch als Altenwohnheim ein wohnlicher Lebensraum für ältere Menschen, so wie es Cusanus testamentarisch verfügte, sodass das Stift in dieser Funktion 1806 im Rahmen der Säkularisierung einer Umwidmung nicht zum Opfer fiel.
Vielfältige ziegelrote Fenster im Kreuzgang, nur für aufmerksam Hinschauende wirklich sichtbar, verdeutlichen architektonisch das Konzept unseres Namensgebers von der Vielheit in der Einheit. Auch andere Bauelemente, wie etwa die eine Säule mit den zwölf Kreuzrippen in der Kapelle, zeigen beispielhaft das Umsetzen von religiösen, auch philosophischen Gedanken in der Architektur des Gebäudes. Aber auch das Globusspiel, das die Lehrkräfte zum eigenen Ausprobieren einlud und ganz ursprünglich von Cusanus für Kinder in seinem Bekanntenkreis hergestellt wurde, verdeutlicht sein Menschenbild des nach Erkenntnis und nach Gott strebenden Menschen.
Die unter der Leitung von Dr. Marco Brösch geführte Exkursion durch das Hospital machte bekannt mit von Nikolaus von Kues selbst erworbenen, z.T. mit aufwendigen Initialen und Illustrationen versehenen wertvollen Evangeliarien. Auch ein von Nikolaus von Kues erworbenes Koranexemplar mit vielen eigenen handschriftlichen Anmerkungen darin zeigt, wie intensiv er sich als christlicher Theologe mit dem Koran auseinandersetzte.
Wie sehr Nikolaus von Kues an seinem Heimatort Kues hing, wird darin sichtbar, dass es sein letzter Wille war, seine wertvolle Bibliothek und sein Herz ins St. Nikolaus Hospital bringen zu lassen.
Die Exkursion bot viele interessante Einblicke in das Leben von Nikolaus von Kues, dafür Herrn Brösch herzlichen Dank!

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