Lesen – eine „komplexe mentale Tätigkeit“

Anna-Maria Jünger von der PH Heidelberg informierte im Rahmen einer Lehrerfortbildung zum Thema „Lesen“, was Lesekompetenz ausmacht, warum es gerade auch für Gymnasien notwendig ist, das Lesen zu fördern, und warum vor allem eine hohe Lesegeschwindigkeit und Leseflüssigkeit für sicheres und kompetentes Lesen wichtig ist.
Gute Leserinnen und Leser verfügen über sichere Kenntnisse der Wort- und Satzidentifikation, erkennen Wort- und Satzkohärenzen und können zügig Sätze lesen und inhaltlich erfassen. Diese basalen Grundfähigkeiten laufen beim routinierten Lesen automatisiert und ohne Mühe ab, so Frau Jünger. Eine gute Lesekompetenz setzt wiederum Ressourcen dafür frei, um Textinhalte sicher zu erfassen. Umgekehrt führen Unsicherheiten in den basalen Grundfähigkeiten zu fehlerhaftem Lesen, das zudem viel Kraft und Energie kostet und, viel wichtiger noch, das eigene Selbstkonzept im Hinblick auf die eigene Lesekompetenz negativ prägt. Lesen wird mit Misserfolg und Anstrengung verbunden.
Gerade die Förderung der Leseflüssigkeit in Form des Tandemlesens kann weiterhelfen, um noch unerfahrenen und unsicheren Leserinnen und Lesern zu helfen, Texte schnell und sicher zu erfassen. Lesestrategien, die in Form des reziproken Lesens eingeübt werden können, helfen beim Bewältigen von „hierarchiehöheren“ Leseleistungen – beim Erkennen „globaler“ Kohärenzen (der Textaussage/ der Intention), beim Erkennen von „Superstrukturen“ (der textsortenspezifischen Merkmale) und auch beim Erkennen von „Darstellungsstrategien“ (der zentralen Sprechhandlungen eines Textes).

Frau Jünger herzlichen Dank fürs Kommen, dem Förderverein unserer Schule herzlichen Dank für die Mitfinanzierung des Vortrags.

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