Victor Klemperers Tagebücher (1933-1945)
Kommentierte Lesung aus den Tagebüchern von Victor Klemperer mit dem Sachbuchautor Renatus Deckert
Die Schülerinnen und Schüler aus unseren 10. Klassen und aus der 11. Jahrgangsstufe tauchten im Rahmen einer Lesung aus den Tagebüchern von Victor Klemperer ein in das Leben des im Nationalsozialismus aufgrund seiner jüdischen Herkunft entrechteten Romanistik-Dozenten.
Nach einem bildunterstützten Vortrag von Herrn Deckert zur geschichtlichen Situation, in der Victor Klemperer als „Geschichtsschreiber der Katastrophe“ und als jemand, der „Zeugnis ablegen [wollte] für die Zeit danach“ Tagebuch führte, las Herr Deckert ausgewählte Textstellen vor, in denen Victor Klemperer detailliert den grausamen Alltag der Judenverfolgung und Judendiskriminierung inmitten einer deutschen Großstadt, nämlich in Dresden, beschreibt: zunehmende Verbote, der Terror der Gestapo, willkürliche Hausdurchsuchungen, Zwangsenteignungen, Deportationen, Zwangsarbeit, aber auch kleine Gesten der Zuwendung … .
Immer wieder ordnete Herr Deckert die vorgelesenen Tagebuchauszüge in den historischen Kontext ein, um sie für die zuhörenden Schülerinnen und Schüler verständlicher zu machen. Vielfach nutzten diese dabei auch die Gelegenheit, Rückfragen oder Verständnisfragen zu stellen.
Anhand des Schicksals von Victor und Eva Klemperer und anhand der Schicksale ihrer Mitbewohnerinnen und Mitbewohner im „Judenhaus“ in Dresden konnte die Geschichte der Judenverfolgung während des NS-Regimes von 1933 bis 1945 ergreifend und anschaulich von den Schülerinnen und Schüler miterlebt und dadurch erinnert werden. Sie hörten Herrn Deckert konzentriert und aufmerksam zu. Es war spürbar, wie viele vom Schicksal dieses mutigen Mannes bewegt wurden.
Die gelungene Veranstaltung wurde durch den Förderverein unserer Schule, durch das Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz und durch den Friedrich-Bödecker-Kreis gefördert.
Text und Fotos: SCU

