Zeitzeugengespräch mit Roman Grafe

„Was konnte man tun, wenn man kein Widerständler und auch kein Mitläufer in der DDR sein wollte?“ Denkanstöße zur Beantwortung dieser Frage vermittelte der 1968 im Bundesland Brandenburg geborene Autor und für die ARD, die „FAZ“, „Die Zeit“ und „Süddeutsche Zeitung“ arbeitende Journalist Roman Grafe den anwesenden Schülerinnen und Schülern aus der 13. Jahrgangsstufe. Im Austausch mit den Schülerinnen und Schülern verdeutlichte der Autor beispielhaft Formen des Widerstands (aktiver bzw. passiver/verdeckter Widerstand, inneres Exil, Stellen eines Ausreiseantrags als Protestform …) und des Mitläufertums in der ehemaligen DDR-Diktatur, in der Anpassung nach Ansicht des Autors und Zeitzeugen normal war und vom SED-Staat belohnt wurde. Sich offen zu widersetzen, hatte jedoch seinen Preis: u.a. das Weggesperrtwerden ins STASI-Gefängnis in Bautzen, Jugendwerkhöfe ab dem 14. Lebensalter zur Umerziehung und zum „Brechen“ von Jugendlichen … . Das alles war in der DDR bekannt und die Täter konnten sich auf „das Schweigen der Mehrheit verlassen“, so Roman Grafe. Aber „für welchen Glauben“, [für welche Ideologie] ist es erlaubt, „über Leichen zu gehen?“, gab Roman Grafe zu bedenken.
Mit Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe erarbeitete Roman Grafe anhand von Fotos von Dietmar Riemann aus dem Bildband „Schöne Grüße aus der DDR“, die der Autor mit kurzen eigenen Texten versah, den DDR-Alltag und seine Zwänge. Mithilfe der Fotos konnten im Gespräch zu Beginn der Veranstaltung gesammelte Schülerassoziationen vom DDR-Alltag („grau und triste“, „Berliner Mauer, innerdeutsche Zäune“, „gleichförmige Gebäude“, „Plattenbauten“, „Simson“, „verrauchte Städte“) z.T. bestätigt und verdeutlicht, aber auch korrigiert, zudem in den historischen Kontext einordnet werden.
Finanziert wurde die Veranstaltung mit Roman Grafe dankenswerterweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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