12skek2 auf „Ruhrpott-Tour“

Räume verändern sich mit ihrer wirtschaftlichen Nutzung. Besonders deutlich wird das am Beispiel von Altindustrieregionen, deren Blütezeit schon einige Jahrzehnte zurück liegt. Aus Diagrammen, Luftbildern, Karten und Texten haben wir die Prozesse des Strukturwandels bereits im Sozialkunde-/Erdkunde-Unterricht erarbeitet – richtig erlebbar werden diese aber natürlich erst in einem Live-Eindruck vor Ort. 

Hieraus entwickelte sich die gemeinsame Entscheidung, eine Kurzexkursion in die Altindustrieregion Deutschlands zu unternehmen: das Ruhrgebiet.

Schwerpunkt des zweitägigen Programms war die Erkundung der heutigen Nutzung ehemaliger Industrieflächen auf dem Stadtgebiet von Dortmund und Essen.

Das Stadtareal Phoenixsee (auf der Fläche eines ehemaligen Stahlwerks in Dortmund-Hörde) erlebten wir als Standort für modernes und hochwertiges Wohnen mit hohem Freizeitwert und als Naherholungsgebiet innerhalb der Stadtgrenzen.

Im UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen war die industrielle Vergangenheit nun schon deutlich sichtbarer und eine gänzlich andere Umnutzung zu erkennen: Das Industriedenkmal, bestehend aus einer ehemaligen Steinkohlezeche und einer Kokerei, zieht jährlich viele Touristen aus aller Welt an und enthält mit Museen, Cafés, Souvenirläden und Infopunkten die hierfür nötige Infrastruktur. Es dient aber heute auch als Sitz für Unternehmen verschiedenster Branchen, Verwaltung und als Veranstaltungsort.

An beiden Standorten konnten somit aus Großindustrieflächen hervorgegangene lebendige Stadtareale erkundet werden und so das oft mit einem negativen Eindruck behaftete Phänomen Strukturwandel als Beginn neuer Raumnutzung erlebt werden.

Der mitgeführte „Exkursionsreader“ (der uns aufgrund seiner Klemmbrett-Gestalt stets auf den ersten Blick als Exkursionsgruppe outete) und auch ein viel zu kurzer Besuch im (sehr umfangreichen und empfehlenswerten!) Ruhr-Museum lieferten zu den Eindrücken im Raum die nötigen Hintergrundinformationen (z.B. zum Gentrifizierungs-Modell).

Wie im Fluge vergingen die beiden Tage, in deren Verlauf beide „Ruhrpott-Metropolen“ bei den Schüler*innen und der Lehrkraft auch als Städte an sich einen durchaus (überraschend?) positiven Eindruck hinterließen, denn natürlich waren auch jeweils ein Spaziergang durch die „City“ und somit ein wenig „Touri-Ausflugs-Feeling“ (z.B. im BVB-Shop) inklusive.

Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird die erfreulich heitere und zugleich produktive und motivierte Stimmung der Gruppe, die höchstens die durch Beeinträchtigungen im Bahnverkehr verlängerte Rückfahrt leicht trüben konnte. 

Ein gelungener Abschluss des Erdkunde-Jahres 12 – im kommenden 13. Schuljahr übernimmt dann erneut die Sozialkunde.

D. Lang

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