Plakatausstellung „Demokratieerfahrung in der Bundesrepublik Deutschland“

Ein Teil des Sozialkunde-LKs vor der fertigen Plakatwand.

Die Geschichte der Bundesrepublik ist von unterschiedlichsten Erfahrungen geprägt. Häufig gingen diese Erfahrungen mit Diskussionen zur Kritik und zur Verbesserung der bestehenenden demokratischen Formen einher. Obwohl Deutschland durch das Grundgesetz als repräsentative Demokratie mit seinen zentralen Akteuren Bürgern, Parteien, Parlament und Regierung definiert wird, wurden und werden mit entsprechenden Politikerfahrungen auch immer wieder andere Formen der demokratischen Einflussnahme diskutiert. So forderten die Studenten in den 1960er Jahren die Demokratisierung aller Lebensbereiche und debattierten die (direktdemokratische) Rätedemokratie als mögliche Ergänzung zur repräsentativen Demokratie. In den 1970er und 1980er Jahre forderten inbsesondere die neuen Umwelt-, Frieden- und Frauenbewegungen mehr Basisdemokratie. In den 1990er Jahren machten mit zunehmender Medialisierung die Begriffe „Zuschauerdemokratie“ und „Stimmungsdemokratie“ die Runde, während in den letzten fünfzehn Jahre in Anbetracht der vierten industriellen Revolution sowie den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise die Forderung nach neuen, modernen demokratischen Ansätzen aufkam – z.B. in Form der sogenannten „Liquid Democracy“.

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie über alle konkurrierenden Regierungsformen verkündete. Heute befindet sich der Sieger von damals auf dem Rückzug. Die Demokratie ist zunehmend von unterschiedlichster Seite bedroht, weswegen auch im Sozialkundeunterricht die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wichtig ist, um zu verstehen, was auf dem Spiel steht.

Als Abschluss der Unterrichtsreihe zur politischen Ideengeschichte, in der die Schülerinnen und Schüler sich mit unterschiedlichen Anschauungen verschiedenster Theoretiker (u.a. den Vertragstheorien von Rousseau, Locke und Hobbes sowie den Gewaltenteilungstheorien Montesquieus und Madisons) auseinandersetzten, bereitete der Leistungskurs Sozialkunde der Jahrgangsstufe 12 (MSS 2017) von Herrn Roth vor den Osterferien eine Plakatausstellung zur „Demokratieerfahrung in der Bundesrepublik Deutschland“ vor, die für alle Interessierten ab sofort und bis zu den Sommerferien im Eingangsbereich des Cusanus-Gymnasiums zu sehen ist.

 

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