Theaterpatenschaft zum Stück „Ein Volksfeind“
Einblicke hinter die Kulissen
Im Rahmen des Deutsch-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 nahm unser Kurs an einer Theaterpatenschaft zu Henrik Ibsens Drama „Ein Volksfeind“ teil. Diese Kooperation ermöglichte uns nicht nur eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit der Lektüre, sondern auch spannende Einblicke in das Theaterleben.
Bereits vor unserem ersten Besuch im Theater hatten wir das Drama im Unterricht gelesen und analysiert, sodass wir gut vorbereitet in unseren ersten Theaterbesuch am 9. Januar 2026 gingen. An diesem Tag besuchten wir das Theater, erhielten eine ausführliche Führung durch das Gebäude und durften einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wir lernten verschiedenste Berufe am Theater kennen, sei es Maskenbildner, Intendant oder Schnürmeister. Besonders eindrucksvoll war es, die sonst verborgenen Bereiche des Theaters kennenzulernen und zu erfahren, wie viele Menschen und Arbeitsschritte an einer Inszenierung beteiligt sind. Anschließend durften wir eine Probe zu „Ein Volksfeind“ besuchen und so den Entstehungsprozess einer Theateraufführung hautnah miterleben. Spannend zu sehen war es, wie lange an einzelnen Szenen eines Stückes gefeilt wird, bis sie schließlich perfekt sind. Den gesamten Vormittag hatten wir die Gelegenheit, unsere Fragen rund um das Stück, die Inszenierung und den Theateralltag zu stellen, die von der Dramaturgin Karen Schultze und der Theaterpädagogin Lisenka Sedlacek ausführlich und anschaulich beantwortet wurden.
Ein weiterer Höhepunkt der Theaterpatenschaft war der Besuch der Premiere am 17. Januar 2026. An diesem Abend hatten wir uns alle passend gekleidet, zum Teil unsere Familie mitgenommen und konnten das Stück in seiner finalen Fassung erleben. In der Mitte der Aufführung gab es eine kurze 20-minütige Pause, die genutzt wurde, um Fotos zu machen. Besonders begeistert waren wir von der Umsetzung des vierten Aktes im Anschluss der Pause, der Volksversammlung. Hier wurde das Publikum aktiv in das Geschehen einbezogen, sodass wir selbst Teil des „Volkes“ wurden. Auch dadurch, dass man den Schauspielern auf diesem Wege näher kam, fühlte man sich direkt mit einbezogen. Diese Interaktion machte die zentralen Themen des Stücks – Meinungsfreiheit, Demokratie und der Umgang mit unbequemen Wahrheiten – besonders greifbar und verlieh der Inszenierung eine große Lebendigkeit. Insgesamt war die Premiere ein beeindruckendes Theatererlebnis.
Am 21. Januar 2026 besuchten uns schließlich die Dramaturgin und die Theaterpädagogin an unserer Schule. Wir sprachen zu Beginn über die Premiere und gaben Feedback, wie uns die finale Umsetzung gefallen hat. Zudem hatten sie verschiedene theaterpädagogische Spiele zum Stück vorbereitet. Wir probierten unter anderem Improvisationstheater aus, wobei wir selbst merkten, wie schwierig Improvisieren sein kann. Wir setzten uns erneut intensiv mit den Figuren und ihren Positionen auseinander. Besonders das Improtheater hat uns gefallen. Auch an diesem Tag wurden unsere Fragen ausführlich beantwortet, was unser Verständnis des Stücks weiter vertiefte.
Die Theaterpatenschaft war für uns eine sehr bereichernde Erfahrung, die unseren Unterricht und Theaterpraxis auf besondere Weise miteinander verbunden hat. Wir danken dem Theater Trier, der Dramaturgin Karen Schultze und der Theaterpädagogin Lisenka Sedlacek herzlich für die engagierte Begleitung und die vielen spannenden Einblicke. Wir möchten uns auch bei Frau Wilmes bedanken, mit deren Hilfe und Engagement dieses Projekt überhaupt stattfinden konnte. Danke auch an Frau Schönhofen, die uns bei unseren Ausflügen begleitet hatte. Wir empfehlen das Stück „Ein Volksfeind“ am Trierer Theater definitiv weiter. Es ist einen Besuch wert!
Text: Viktoria von St. Vith, Lea Schröder; Fotos: B. Wilmes

