Ehemaligentreffen am Cusanus-Gymnasium

25 Jahre „Viagra“ reloaded??

Unfassbare fünfundzwanzig Jahre später …
… trafen sich am 23. Mai 2026 Schülerinnen und Schüler der ehemaligen MSS 98 am Cusanus-Gymnasium, um ihr gemeinsames Abitur im Jahre 2001 noch einmal zu feiern.
Immerhin erschien hier – trotz der langen Zeitspanne – eine wirklich bemerkenswerte Zahl der Ehemaligen – und zwar, wie Marcel Schäfer, einer der Ehemaligen, in seiner Rede betonte: „… alle noch selbständig und ohne Pflegekraft …“! (Details s. weiter unten)

Auch der Wettergott signalisierte übrigens der Veranstaltung seine Zustimmung und ließ den lieben langen Tag die Sonne scheinen. So war alles bereitet, als sich die Schüler um 11 Uhr auf dem Schulhof ihrer alten Schule bzw. in der ‚neuen‘ Mensa, die natürlich im Jahre 2001 noch nicht existierte, trafen.

Sie wurden dort von Gerd Laschefski und Christian Poncelet (Organisation Ehemaligentreffen) freundlich begrüßt. (Als ehemaliger Lehrer gesellte sich später Siggi Glowka (Mathematik/Physik) hinzu.)

Dank der mustergültigen Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler lief tatsächlich alles wie am Schnürchen. Zentral lag die Verantwortung hier bei Marion Koller und Sven Winkler. Doch stand diesen beiden eine starkes Unterstützer-Team hilfreich zur Seite (Bettina Spangolo, Nicolay Binz, Janosch Skrobek, Jens Wilmroth, Christian Treis, Astrid Marekovic, Sabine Büsching). Dank der großen Zahl der Mithelfer gestaltete sich auch der Nachmittag des Treffens erfreulich unkompliziert. Für Essen und Getränke hatte man ausreichend Vorsorge getroffen.

Allen Beteiligten wurde schnell klar: Es waren andere Zeiten damals! So erinnerte Marcel Schäfer in seiner kurzen Rede noch einmal an den Umstand, dass es seinerzeit üblich gewesen war, dass die neue MSS von den älteren Schülern der Oberstufe im Rahmen eines ‚Taufaktes‘ einen Namen verliehen bekam, den man selbstverständlich nicht ändern durfte. Drei Jahre später musste der Name dann als ‚Motto‘ beim Abistreich Verwendung finden. Die MSS 98 war seitdem bekannt unter dem Namen ‚Viagra‘.

Originalton Schäfer:

„Mal ehrlich, wer fand das eigentlich schon damals bescheuert? […] Das globale heiße Thema von 1998 war dann in 2001 so was von, Entschuldigung, ausgelutscht. Aus heutiger Sicht, wo sich die Weltlage gefühlt im Wochentakt, und meist auf Grund von mitternächtlichen Social-Media-Posts eines 80-jährigen ehemaligen Immobilienunternehmers mit der Hautfarbe einer reifen Apfelsine, ändert, mutet diese Namensgebung wie aus der Zeit gefallen an.

Und doch. Es wurde an diesem Nachmittag relativ schnell deutlich, dass es glückliche Zeiten gewesen sein müssen – damals.

Noch einmal Marcel: „Ich glaube, dass diese Zeit der Oberstufe historisch betrachtet und vor allem aus heutiger Sicht eine besondere Zeit war. Entschuldigt bitte wenn ich etwas pathetisch klinge, aber für mich war unsere Generation eine, welche tatsächlich ohne die eine große existentielle Angst aufgewachsen ist. Wir hatten nicht, wie die Generation vor uns Angst, dass irgendwann „der Russe“ kommt, bzw. in Washington und/oder Moskau plötzlich der rote Knopf gedrückt wird und ein Atomkrieg die gesamte Menschheit vernichtet. Auch fehlte uns die Vorstellungskraft und somit auch die Angst, dass plötzlich Terroristen mit Passagiermaschinen Hochhäuser zum Einsturz bringen, oder mit LKWs Weihnachtsmärkte in Orte schrecklicher Gräueltaten verwandeln könnten. Nein, wir fühlten uns, im Vergleich zu heute frei und waren optimistisch. Und warum auch nicht.“

Dass dieser Optimismus auch heute noch in den Schülerinnen und Schüler lebendig ist, war während des ganzen Ehemaligentreffens deutlich zu spüren. In langen Spaziergängen wurden die alten Räumlichkeiten der Schule noch einmal erkundet – immer wieder unterbrochen von vielen alten Geschichten aus der nun wirklich ‚alten‘ Zeit und mit Blick auf viele, zu einem großen Teil bereits verstorbene Lehrer. (Die Erinnerung hält es fest.)

Den Schülern fiel auf, dass sich nicht nur der Schulhof gewandelt hat. Auch im Innern der Schule entdeckten sie Neues. Freilich wurde ebenfalls klar, dass der ‚Kern‘ des Gebäudes immer noch der alte geblieben ist. (Zumindest gab es keine ‚Orientierungsprobleme‘.)

Gegen 15 Uhr trennten sich die Beteiligten – bester Laune.

(Gerd Laschefski / Christian Poncelet)