Synagoge und Sabbat – jüdisches Leben in Wittlich

Herr Richtscheid vom Emil Frank Institut in Wittlich machte die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5B/5C vertraut mit der ehemaligen Wittlicher Synagoge, die viele Schülerinnen und Schüler als Konzert- und Veranstaltungsraum kennen.
Dabei konnten im gemeinsamen Gespräch viele Fragen beantwortet werden: Warum gibt es keine Bilder in der Synagoge, warum keine bunten Fenster? Wieso ist der Toraschrein heute in der Synagoge abgebaut, warum steht ein Teil links in einer Nische neben dem Eingang? Warum saßen die Frauen und Mädchen auf der Empore?  Wo genau wurde aus der Tora vorgelesen? Warum sind alle Synagogen geostet? Und vor allem: Wie feierte eine jüdische Familie den Sabbat?
Auch die Torarolle aus Pergament und deren Herkunft im Eingangsbereich der Synagoge warf viele Fragen auf. Dass ausgebildete jüdische Theologen als Schreiber ein ganzes Jahr lang brauchen, um eine Torarolle mit der Hand abzuschreiben und dass der Tintenkiller dabei auch heute noch nicht zum Einsatz kommen darf, so dass möglichst jeder Fehler vermieden werden muss, überraschte.  Während des Rundgangs durch das kleine Museum konnte u.a. Kultgegenstände bestaunt werden, u.a. die Besaminbüchse, ein Gefäß mit wohlriechenden Gewürzen, deren Duft im Alltag an den Sabbat erinnern soll, und auch die dekorativen Torakronen mit feinen silbernen Glöckchen, die zusammen mit einem Toramantel und einem Toraschild die Tora schmücken.

Am Marktplatz verwies Herr Richtscheid auf Häuser ehemaliger jüdischer Familien, z.B. das Bekleidungsgeschäft von Emil Frank oder das Schuhgeschäft der Familie Wolff. Nach der Machtergreifung der NSDAP veränderte sich das Leben der Wittlicher Juden lebensbedrohlich.
Auf von Herrn Richtscheid mitgebrachten historischen Fotografien, auf denen diese heute noch existierenden Häuser rund um den Markplatz zu sehen waren, konnten die Schülerinnen und Schüler sehen, wie ausgegrenzt und diskriminiert die jüdischen Wittlicher wurden. Viele mussten Wittlich verlassen, wurden deportiert und grausam ermordet.

Die Exkursion vermittelte einen gelungenen Einblick in jüdisches Leben früher und heute, Herrn Richtscheid dafür vielen Dank.

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