Kabale und Liebe – schwungvoll und packend

Erwartungsvoll, gepaart mit vorsichtiger Skepsis erwarteten die Schülerinnen und Schüler aus der MSS 11 das Sturm-und-Drang-Stück von Friedrich Schiller mit Namen “Kabale und Liebe”. Ferdinand von Walter, einer der Hauptakteure der Handlung, macht von Anfang an kraftvoll und sehr emotional klar, dass er mit Luise Miller, einer bürgerlichen Schönheit von 16 Jahren, ein Leben ohne Standesgrenzen führen will und plant, dies “mit dem Kopf durch die Wand”, alle Realitäten aus dem Blick verlierend, mutig, impulsiv, stur, kompromisslos, fanatisch von seinem Idealbild von Liebe überzeugt, zu realisieren gewillt ist. Mit seinem Anliegen, eine Bürgerliche zu heiraten, stößt er bei seinem Vater, einem adligen Hofbeamten und die rechte Hand des herzoglichen Landesfürsten, auf Granit, der – autoritär, machtbesessen, korrupt, skrupellos und intrigant – mit der Hilfe Wurms, einem adligen Hofbeamten und Sekretär des Herzogs, und von Kalbs, einem schrägen Paradiesvogel, affektiert und devot, hinter Ferdinands Rücken Intrigen und Ränke spinnt, um diese aus seiner Sicht nicht standesgemäße Verbindung zu verhindern.
Das “Bürgerliche Trauerspiel” nimmt nun ganz formvollendet seinen Lauf und endet mit dem Tod der Liebenden, die gesellschaftliche Blockaden nun doch nicht aufzusprengen vermochten.
Die anfängliche Skepsis mancher junger Zuschauer zu Beginn des Stücks wandelte sich zusehends in aufmerksame Gespanntheit, denn die etwas altbackene, oft auch pathetische Dramenhandlung, nachvollziehbar auf das Wesentliche gekürzt, wurde nicht nur von den jungen Schauspielern, die Luise und Ferdinand spielten, virtuos und überzeugend zum Leben erweckt, auch der Innenhof der Genoveva-Burg in Mayen wurde klug in die Handlungsumsetzung eingebunden. Das Gespräch mit den Schauspielern im Anschluss der Aufführung war zudem ertragreich und anregend, weil es Einblicke in die konzeptionellen Entscheidungen gewährte.
Herrn Keidel und Frau Wilmes herzlichen Dank für die Organisation der Fahrt, den Schülerinnen und Schülern herzlichen Dank für die Offenheit und rege Teilnahme am Gespräch. Nicht zuletzt auch danke fürs Durchhalten in der bulligen Hitze des Open-Air-Spielorts.

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